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Düdingen wehrt sich tapfer

Düdingen wehrt sich tapfer

Gegen das ukrainische Spitzenteam Khimik Yuzhny hat der TS Volley Düdingen gestern Abend nicht ganz unerwartet mit 0:3 verloren. Die Senslerinnen verkauften ihre Haut vor 417 Zuschauern allerdings so teuer wie möglich.

Michel Spicher, Freiburger-Nachrichten

Khimik Yuzhny war für den TS Volley Düdingen eine Nummer zu gross. Das Team von Nicki Neubauer verlor gestern Abend gegen die ukrainische Mannschaft klar und leistungsgerecht mit 0:3 (12:25, 16:25, 9:25) und kassierte seine erste Niederlage im Challenge Cup. Yuzhny, das seit Jahren regelmässig und erfolgreich im Europacup spielt und auf internationalem Niveau einen guten Ruf geniesst, überzeugte mit viel Angriffspower und einem starken Block, leistete sich allerdings auch den einen oder anderen Eigenfehler. Düdingen hielt mit einer stabilen Annahme und engagierter Verteidigungsarbeit beherzt dagegen, vermochte das Skore aber jeweils nur zu Beginn der Sätze ausgeglichen zu gestalten. Die Ukrainerinnen blieben während der ganzen Partie konzentriert und schalteten in den entscheidenden Momenten scheinbar mühelos einen Gang höher und sorgten so für die Differenz.

«Zwei verschiedene Welten»

Für Düdingens Trainer Nicki Neubauer stand beim Aufeinandertreffen mit Yuzhny denn auch weniger das Resultat als vielmehr ein spielerisch und kämpferisch tadelloser Auftritt im Fokus. Nach der 0:3-Heimniederlage bei der enttäuschenden Vorstellung gegen Aesch-Pfeffingen hatten die Senslerinnen diesbezüglich einiges gutzumachen. Und sie nutzten die Gelegenheit, sich vor 417 Zuschauern zu rehabilitieren. Im ersten Satz legten sich die Düdingerinnen mächtig ins Zeug und wussten mit viel Einsatz zu überzeugen. Dass sie den Durchgang dennoch mit 12:25 deutlich verloren, lag schlicht und einfach am Gegner, der seine körperlichen Vorteile und seine grössere Routine geschickt ausnutzte. «Da trafen zwei verschiedene Welten aufeinander», sagte Neubauer nach dem Spiel.

Im zweiten Durchgang ging sein Team bei 6:5 erstmals im Spiel in Führung. Bis zu Satzmitte vermochten die Einheimischen dem Gegner Paroli zu bieten, dann schlichen sich wieder vermehrt Fehler ein und die Annahmen und Zuspiele gerieten zu unsauber. Zudem nahm Düdingen beim Service viel Risiko, was immer wieder zu Fehlern führte. Yuzhny liess sich im Block kaum mehr bezwingen und gewann Satz zwei mit 25:16. «Dass es gegen den hohen Block der Ukrainerinnen schwierig werden würde, war uns von Anfang an klar», so Neubauer. «Mit eine bisschen mehr Mut und mehr Glaube an die eigenen Fähigkeiten wäre vielleicht der eine oder andere Punkt mehr möglich gewesen.»

Positive Eindrücke

Düdingens Trainer nutzte die Partie, um allen Spielerinnen Einsatzzeit zu gewähren. So kamen in Satz drei mit Sarah Trösch, Mona Rottaris, Anna Niederhauser und Melissa Vanis mehrere Spielerinnen der nominell zweiten Garde zum Zug–und machten ihre Sache gut. «Der Einsatz der Jungen hat im Feld zu keinem Verlust geführt», freute sich Neubauer. «Das ist sehr positiv. Es ist beruhigend, zu wissen, dass ich zwei verschiedene Systeme spielen lassen kann ohne Einbusse in der Qualität.» Mit 9:25 verlor Düdingen zwar den dritten Satz sehr deutlich, dennoch überwogen beim Sensler Headcoach am Ende die positiven Eindrücke. «Wir blieben für einmal während des ganzen Spiels konzentriert und hatten keine wirklichen Durchhänger. Es war eine gute Lehrstunde für uns, aus der wir einige positive Dinge für die nächsten Spiele mitnehmen können. Es sind zwar nur kleine Sachen, aber in unserer aktuellen Verfassung sind auch diese Gold wert.»

Ungünstiger Zeitpunkt

Am Donnerstag in einer Woche findet das Rückspiel in Yuzhny, einer Stadt mit rund 24 000 Einwohnern, statt. Den Düdingerinnen steht nicht zuletzt wegen der brisanten politischen Lage in der Ukraine eine komplizierte und strapaziöse Reise bevor. Zudem findet die Begegnung am Schwarzen Meer zu einem ungünstigen Zeitpunkt statt. Die Senslerinnen werden nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine kaum Zeit haben, um sich von den Reisestrapazen zu erholen. Am Wochenende danach hat das Team von Nicki Neubauer bereits wieder eine Doppelrunde in der Nationalliga A zu absolvieren. Am Samstag steht der TS Volley Düdingen gegen Schlusslicht Toggenburg unter Siegeszwang, tags darauf folgt das Gastspiel in Neuenburg. Will der Tabellenachte weiterhin mit einer Playoff-Teilnahme liebäugeln, wird er aus diesen beiden Partien mindestens fünf Punkte mitnehmen müssen. Ob die Kräfte dafür reichen, wird sich zeigen.

Düdingen - Yuzhny 0:3 (12:25, 16:25, 9:25)

Sporthalle Leimacker. – 417 Zuschauer.–SR: B. Geukes (De), M. Fanucci (It).

TS Volley Düdingen:Marbach, Lejczyk, Elliott, Atherstone, Mayfield, Lakovic, Hahn (Libera); Vanis, Grässli, Trösch, Rottaris, Niederhauser.

Khimik Yuzhny:Kalchenko, Peretiatko, Kodola, Trushkina, Tomic, Stepanchuk (Libera), Chernukha; Rastochylo.

Wahl zu den besten Spielerinnen:Trushkina und Hahn.

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