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Ein schöner Erfolg für Düdingen

Ein schöner Erfolg für Düdingen

Mit einem 3:1-Sieg über ZOK Braslovce hat der TS Volley Düdingen gestern den 1/16-Final des CEV Challenge Cups erreicht. 620 Zuschauer verfolgten in der Leimackerhalle die Heimpremiere der Power Cats auf europäischem Niveau.

Michel Spicher, Freiburger-Nachrichten

Mit einem 3:1-Erfolg gegen den slowenischen Vizemeister hatte der TS Volley Düdingen vor zwei Wochen in Braslovce die Tür zum 1/16-Final des CEV Challenge Cups aufgestossen. Gestern gewann das Team von Nicki Neubauer auch das Rückspiel mit einem 3:1 und qualifizierte sich damit für die 3. Runde. 620 Zuschauer sorgten in der Leimackerhalle mit Trommeln und Megafon für eine Gänsehautstimmung und trugen die Einheimischen zum ungefährdeten Sieg.

Unnötiges Zittern

Angesichts der imposanten Kulisse agierten die Düdingerinnen anfangs ziemlich nervös, so dass der Gast schnell einige Punkte vorlegen konnte. Der Europa-Cup-Neuling fing sich allerdings rasch. In kürzester Zeit drehte er die Partie, übernahm bei 9:8 die Führung und gab diese bis zum Satzende nicht mehr her. Braslovce war in allen Belangen unterlegen. Die jungen und eher klein gewachsenen Sloweninnen fanden kein Mittel, um den Düdinger Block zu überwinden. Nach nur dreizehn Minuten hatten die Einheimischen den ersten Durchgang mit 25:14 für sich entschieden.

Die unerwartet harmlose Gegenwehr schien die Düdingerinnen im zweiten Satz allerdings eher zu verunsichern als zu beflügeln. Von den Senslerinnen ist man in Bezug auf die fehlende Konstanz einiges gewohnt, ihr Leistungseinbruch im zweiten Satz war allerdings selbst für die hartgesottensten Anhänger nur schwer zu ertragen. 10:3 und 19:10 lag Düdingen in Front, am Ende lautete es dennoch 25:23 für den Gast. Der zuvor so souveräne Block liess plötzlich jeden Ball passieren, und in der Defense reihte sich Fehler an Fehler. In dem Masse, wie Düdingen nachliess, wusste sich Braslovce zu steigern. Die Sloweninnen machten insbesondere beim Service viel Druck. Es war denn auch Katja Mihec, die mit sechs Servicepunkten in Folge den Umschwung einleitete.

KühlenKopf bewahrt

Im dritten Satz hatte sich Düdingen wieder gefangen. Endlich kam auch über die Aussenpositionen Gefahr auf. 14:5 lagen die Einheimischen in Führung, einige Minuten später gar 19:11–und sie schienen auf sicherem Weg zum zweiten Satzgewinn. Doch die grösste Konstante im Düdinger Spiel war gestern die Inkonstanz. Innerhalb weniger Minuten glich Braslovce zum 22:22 aus. Nika Markovic sorgte mit sieben Punkten beim Service dafür, dass die Senslerinnen nochmals zittern mussten. Immerhin spricht für die Düdingerinnen, dass sie in der Schlussphase des dritten Satzes kühlen Kopf bewahrten und sich doch noch mit 25:22 durchsetzten. Damit war dem TS Volley Düdingen der Sieg nicht mehr zu nehmen – auch wenn er wieder einmal unnötig dafür gezittert hat.

Im vierten Satz durften dann die jungen Düdinger Volleyballerinnen noch Europa-Cup-Luft schnuppern und zeigen, was in ihnen steckt. Flavia Knutti, die Libera des Schweizer U18-Nationalteams, erlebte ihre Feuertaufe im CEV Challenge Cup und hinterliess dabei einen ansprechenden Eindruck. Sarah Trösch konnte als Passeuse gefallen und zeigen, dass sie jederzeit bereit ist, als Ersatz für Kristel Marbach einzuspringen.

Viel Spielzeit erhielt auch Andrea Lakovic, die beim Hinspiel in Slowenien verletzungsbedingt passen musste. Letztes Wochenende hatte die Mittelblockerin im Spiel gegen Schaffhausen ihr Comeback gegeben,wirkte nach ihrem Handbruch im Angriff und beim Service aber noch etwas gehemmt. Gestern ging die montenegrinische Nationalspielerin deutlich energischer zu Werke. Lakovic scheint auf besten Weg, pünktlich zum wichtigen Meisterschaftsspiel gegen Aesch-Pfeffingen (7. Dezember) wieder zur Hochform aufzulaufen.

«Schönes Volleyballfest»

«Es war ein schönes Volleyballfest, mit einer tollen Stimmung und vielen fröhlichen Leuten», zog Christian Marbach, Präsident des TS Volley Düdingen, nach dem Spiel Bilanz. «Wir durften vierzig geladene Gäste begrüssen, darunter der slowenische Botschafter. Der ganze Aufwand, den wir für unsere Europa-Cup-Premiere betrieben haben, hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.»

Am Dienstag, 9. Dezember 20:15 Uhr  treffen die Senslerinnen in der 3. Runde auf das ukrainische Team Khimik Yuzhny, das im 1/16-Final des CEV Cup gegen Volley Conegliano (Italien) verloren hat und nun im Challenge Cup weiterspielt. Keine leichte Aufgabe, die den TS Volley Düdingen dabei erwartet: Spielerisch sind die Ukrainerinnen deutlich stärker einzustufen als der ZOK Braslovce. Zudem steht dem Freiburger Team angesichts der brisanten politischen Lage in der Ukraine eine komplizierte und abenteuerliche Reise bevor.

 

Sporthalle Leimacker. – 620 Zuschauer.–SR: M. Van Zanten (Ho), Ch. Kaiser (Fr).

TS Volley Düdingen:Grässli, Elliott, Marbach, Mayfield, Hahn (Libera), Atherstone, Lakovic; Niederhauser, Lejczyk, Vanis, Trösch, Knutti.

ZOK Braslovce: Zbicajnik, Mihalinec, Mihevc, Markovic, Vovk, Bednjanic (Libera); Hribernik, Marovt, Vodlan.

Bemerkungen:Wahl zu den besten Spielerinnen: Mayfield, Markovic.

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