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Ein Sieg fürs Selbstvertrauen

Ein Sieg fürs Selbstvertrauen

Dem TS Volley Düdingen ist der Auftakt in die NLA-Meisterschaft gelungen. Die Senslerinnen wurden nach Anlaufschwierigkeiten im ersten Satz ihrer Favoritenrolle doch noch gerecht und gewannen gegen Toggenburg mit 3:1.

Mit Toggenburg, dem Schlusslicht der letzten NLA-Saison, traf der TS Volley Düdingen am Samstag beim Saisonauftakt auf einen dankbaren Gegner. Gegen das Team aus Wattwil konnten die Senslerinnen im Vorjahr zweimal gewinnen, und auch heuer werden sich die Ostschweizerinnen, die nur mit einem Drittel des Budgets von Düdingen operieren, in der Tabelle eher nach hinten orientieren müssen. Zudem hatte das Team von Volley Toggenburg noch ein Schreckerlebnis zu verarbeiten, das es am vorletzten Samstag zum Abschluss seines Trainingslagers in Italien erlebt hatte. Während die Spielerinnen und ihr Staff in Mailand den Halbfinal der Volleyball-WM besuchten, wurde ihr Teambus, der auf einem öffentlichen Parkplatz stand, aufgebrochen. Unbekannte stahlen praktisch das ganze Gepäck, darunter auch die Trainingsanzüge der Volleyballerinnen und einige Trikots. So mussten die Toggenburgerinnen in der vergangenen Woche noch schnell Ausrüstung beschaffen, ehe sie zum Saisonauftakt gegen Düdingen auflaufen konnten.

Anfangs nervös …

Im Wissen darum, dass Düdingen nicht zu jenen Mannschaften gehört, die Toggenburg im Kampf um den Ligaerhalt schlagen muss, startete der Gastgeber unbeschwert in den ersten Satz. Dem Favoriten aus Düdingen gelang erst mal recht wenig; er agierte nervös und fehleranfällig und ging früh in Rückstand. «Die Voraussetzungen für das Spiel waren nicht so ideal», erklärte Trainer Nicki Neubauer den unsicheren Start. «Im Abschlusstraining hatte sich Melisa Vanis leicht verletzt. Damit fiel nach Andrea Lakovic (Daumenverletzung, Red.) auch unsere zweite Mittelblockerin aus. So mussten wir kurzfristig ein neues Team zusammenbasteln.» Marie Schnetzer vom 1.-Liga-Team Düdingen II kam so unerwartet früh zu ihrem NLA-Debüt. Auch seine Aussenangreiferin Anna Niederhauser setzte Nicki Neubauer immer wieder als Mittelblockerin ein.

Nach einem 7:16-Rückstand kam Düdingen zwar bis auf 11:16 an Toggenburg heran, eine Reihe von Eigenfehlern ermöglichte es dem Gegner allerdings, wieder davonzuziehen. «Toggenburg hat einen sehr starken ersten Satz gespielt», bilanzierte Nicki Neubauer. «Sie haben voll auf ihren Service gesetzt, und es ist aufgegangen.» Mit 25:16 ging der erste Satz in die Ostschweiz.

… dann souverän

Der TS Volley Düdingen reagierte aber bravourös auf den Satzverlust. In den kommenden Sätzen steigert sich das Team erheblich, produzierte deutlich weniger Eigenfehler. Abnahme und Verteidigung klappten in der Folge besser, auch deshalb, weil Toggenburg seinen anfänglichen Druck beim Service nicht aufrecht halten konnte. Die folgenden Durchgänge verliefen dann in etwa so, wie man dies erwarten durfte: Düdingen hatte mehr Speed und mehr Power und holte sich jeweils den Satzgewinn, allerdings ohne sich überdeutlich vom Gegner abzusetzen.
«In Toggenburg zu gewinnen ist nie ganz einfach», sagte Nicki Neubauer nach dem Spiel. «Die Halle ist sehr niedrig, und man kann keine so hohen Bälle spielen, wie man es gewohnt ist.» Zudem seien die Ostschweizerinnen sehr kampfstark und gäben keinen Ball verloren. «Du musst sie richtiggehend niederringen, wenn du hier drei Punkte gewinnen willst.»

«Müssen uns steigern»

Mit dem 3:1-Sieg zum Saisonauftakt konnten die Düdingerinnen einiges an Selbstvertrauen tanken für die kommenden Aufgaben. Für Nicki Neubauer ist allerdings klar, dass sich sein Team steigern muss, wenn es nächsten Sonntag zu Hause gegen Neuenburg erneut punkten will. «Noch produzieren wir zu viele Angriffsfehler. Da müssen wir konstanter und effizienter werden.» Mit den Leistungen seiner neuen Ausländerinnen ist der Trainer im Grossen und Ganzen zufrieden. «Libera Kristen Hahn hat eine gute Partie gespielt, auch die Leistung von Desirée Elliott war in Ordnung. Bei Kylie Atherstone und Allison Mayfield sah man, dass sie noch Reserven haben. Aber uns war stets bewusst, dass sie noch etwas Zeit brauchen, weil sie in der vergangenen Saison keine Meisterschaft gespielt haben. Die beiden werden uns aber noch viel Freude machen.»

Michel Spicher, Freiburger-Nachrichten

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