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Die Absenzen wogen zu schwer

Die Absenzen wogen zu schwer

Mit nur zwei Ausländerinnen fehlte dem TS Volley Düdingen gestern im Heimspiel gegen Sm’Aesch Pfeffingen die nötige Power. Trotz der 1:3-Niederlage zeigte das Team aber eine gute Leistung.

Artikel aus den Freiburger Nachrichten von Frank Stettler

Am Freitagabend hatte der ersatzgeschwächte TS Volley Düdingen auswärts gegen Kanti Schaffhausen den zweiten Sieg im zweiten NLA-Saisonspiel gefeiert – allerdings auf Umwegen. Nachdem das Team von Nicki Neubauer die ersten beiden Sätze für sich entschieden hatte, wurde es nochmals spannend. Die Munot­städterinnen fanden im dritten Satz zum schnellen Spiel durch die Mitte, und im vierten Umgang hatten die Gäste dem starken Service von Kanti nicht viel entgegenzusetzen. Im fälligen Tiebreak hatte Düdingen dann aber mit Sabel Moffett die match­entscheidende Spielerin in seinen Reihen. Mit ihren Angriffen und einem wegweisenden Block in der Schlussphase des Tiebreaks legte die Amerikanerin den Grundstein zum 15:13 Satz- und damit Matchgewinn. «Eigentlich hätten wir dort nicht gewinnen dürfen», sagte Neubauer rückblickend. «Kanti hat sich erheblich verstärkt. Wir aber waren zunächst sehr effizient. Gut war, dass wir die Partie nochmals drehen konnten.»

Ambitionierter Vize-Meister

Bereits gestern stand in der Leimacker-Halle dann das dritte Saisonspiel für die Düdingerinnen an. Zu Gast war mit Sm’Aesch Pfeffingen eine Equipe, die ihre ersten beiden Partien ebenfalls siegreich gestalten konnte. Die Baslerinnen haben sich in den letzten Jahren als Spitzenteam in der NLA etabliert. Klassierte sich Sm’Aesch Pfeffingen in der Saison 2014/15 noch im vierten Rang, so resultierte im letzten Championat gar Platz zwei hinter dem unangefochtenen Branchenprimus Volero Zürich. «Wir spielen deutlich schneller und frecher als letztes Jahr», beschrieb Trainer Timo Lippuner nach der Saisonvorbereitung die neue Taktik. Im Supercup Anfang Oktober gegen Volero verlor sein Team zwar wenig überraschend 0:3, konnte indes spielerisch überzeugen und damit die Aussage des Trainers untermauern.
Das Ziel der weiteren Medaille soll insbesondere durch neues ausländisches Personal erreicht werden: Neben Mittelblockerin Monika Smitalova (SVK) und Aussenangreiferin Ralitsa Vasileva (BUL) ist die Zuspielerin Tess von Piekartz (24) zweifelsohne die herausragende Persönlichkeit. Bereits mit 15 Jahren hatte die extrovertierte Internationale, die im Spiel von Sm’Aesch Pfeffingen Dreh- und Angelpunkt ist, in Hollands höchster Liga ihren Einstand gegeben. Zuletzt spielte von Piekartz sechs Jahre lang in Deutschland, wo sie auch ihren Freund, den deutschen Rad-Profi und Tour-de-France-Etappensieger Marcel Kittel, kennengelernt hat. 
Zählt man die fünf Schweizer Nationalspielerinnen hinzu, kommt Sm’Aesch auf ein breit abgestütztes Kader. 

Fehlende Durchschlagskraft

Eine Breite, die Düdingen aufgrund der Ausfälle von Chantale Riddle und Helena Kojdova zurzeit fehlt, zumal die neu verpflichtete Serbin Tamara Ignjic noch nicht spielberechtigt ist und gestern überdies Mona Rottaris (verletzt) und Flavia Knutti (mit Freiburg) fehlten. Konnte das Heimteam diese Absenzen im ersten Satz noch kompensieren (25:21), wendete sich das Blatt ab Mitte des zweiten Satzes. Die Gäste holten einen Rückstand bis 12:12 auf und zogen davon. Düdingen bäumte sich zwar nochmals auf (22:22), machte danach aber keinen Punkt mehr. Das gleiche Bild bot sich auch im dritten Satz: Düdingen kämpfte, die wichtigen Punkte errangen aber die Baslerinnen (22:25). Im vierten Satz ging es dann plötzlich schnell (18:25): «Uns fehlte die Durchschlagskraft», analysierte Neubauer, der mit der Gesamtleistung aber zufrieden war. «Wir konnten unser Niveau praktisch konstant hochhalten.» Lobende Worte hatte er insbesondere für Anna Niederhauser und Pamela Gfeller, die praktisch durchspielten. 
«Die Wochenendbilanz fällt mit zwei Punkten positiv aus. Die Saison ist noch lang», bilanzierte Neubauer. Nächsten Sonntag zu Hause gegen Cheseaux wird er erstmals auf die neue Aussenangreiferin Ignjic zählen können, die morgen in Düdingen erwartet wird. Zudem dürfte Riddle diese Woche wieder ins Training einsteigen und bald wieder einsatzbereit sein. «Unser Spiel ist auf Chantale ausgerichtet. Mit ihrer Rückkehr werden wir dann die 10, 15 Prozent mehr wieder bringen können.»

 

Düdingen – Sm’Aesch Pfeffingen 1:3 (25:21, 22:25, 22:25, 18:25)

Leimacker. – 250 Zuschauer. – SR: Stanisic, Wittwer

TS Volley Düdingen: Niederhauser, Vanis, Marbach, Gfeller, Granvorka, Moffet, Edberg (Libera); Breltic, Widmer.

Sm’Aesch Pfeffingen: Von Piekartz, Ennok, Duarte, Storck, Künzler, Smitlova, Deprati (Libera); Vasileva, Wenger.

Bemerkungen: Düdingen ohne Riddle, Rottaris (alle verletzt), Knutti, Marx (mit NLA Freiburg)

Wahl zu den besten Spielerinnen: Marbach und Vergé-DWahl zu den besten Spielerinnen: Granvorka und von Piekartz.épré.

Fotos von Marc Raeber

Spielaufzeichnung auf YouTube

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